Kolumne vom 03.08.2009
Liebe Varelerinnen und Vareler,
in den letzten Wochen ist Bewegung in die Vareler Kommunalpolitik gekommen. Es hat sich gerade eine Wählergemeinschaft "Pro Varel" gegründet und die vom Stadtrat beschlossenen Projekte wie Innenstadtsanierung, Reduzierung der Straßenbeleuchtung auf einen ausreichenden Zeitraum und der Bau eines Fachmarktzentrums mit einem Invest von ca. 4,5 Mio. € werden umgesetzt. Alle Projekte sind natürlich mit dem Thema Geld verbunden. Leider habe ich auch viele Gerüchte gehört, denen an dieser Stelle deutlich widersprochen werden muss.
Das Thema Innenstadtsanierung, und hier speziell das "Pflaster", ist für mich ein gutes Beispiel, einmal die Probleme Varels aufzuzeigen. Eines vorweg: Varel hat - oder wie mittlerweile viele sagen "hatte" - eine schöne Innenstadt, die Anfang der 70er Jahre geschaffen wurde. Viele andere Kommunen haben es damals Varel nachgetan und ebenfalls ihre Innenstadt "autofrei" gestaltet. Bürger und Touristen finden in Varel aber mittlerweile eine Innenstadt vor, die den "Charme" der 70er-Jahre nicht mehr leugnen kann. Unebenes Pflaster, eine Straßenbeleuchtung, die bei der Ersatzteilebeschaffung schon zu Problemen führt, und Plätze, die schon seit langem nicht mehr zum Aufenthalt einladen. Hier muss etwas getan werden.
Und hier fängt es an: In Zeiten leerer Kassen dieses Thema!? Ich sage Ihnen, dass gerade jetzt unsere Innenstadt neu gestaltet werden muss. Immer weniger Menschen kommen nach Varel, um hier einzukaufen. Die so genannte Kaufkraftbindung bröckelt zusehends. Andere Städte waren da schneller. Oldenburg, Westerstede, Bad Zwischenahn und sogar in Wilhelmshaven haben ihren Innenstädten durch eine Umgestaltung wieder Leben gegeben. Ich werbe dafür, auch in unserer Innenstadt wieder neue Akzente zu setzen.
Hier einige Fakten, die auch Sie überzeugen sollten:
- Die Kaufkraftbindung ist in sechs Jahre dramatisch um ca 25% eingebrochen - Varel wird in der Region immer weniger positiv wahrgenommen; dies wollen wir ändern!
- Es gibt eine einmalige, bis 2012 begrenzte Förderung von 5/6 - 1 € ausgeben, 5 € kommen über Fördertöpfe; eine einmalige Gelegenheit, die nicht verspielt werden darf!
- Im Rahmen der Aktion "Bürgerwerkstatt" haben sich schon viele Bürgerinnen und Bürger mit dem Thema befasst. Der Prozess ist schon sehr weit fortgeschritten; viele Bürger wären sicherlich enttäuscht, wenn ihre Arbeit jetzt "im Papierkorb" landet!
- Es ist vorgesehen, im Anschluss an die eigentliche Innenstadt, den Schlossplatz anzugehen. Ein heikles Thema, an dem sich die Bürger bestimmt sehr reiben werden. Den Diskussionsprozess können wir jetzt anschieben, damit wir in 2012 dieses Thema auch abschließen können, und damit auch mit der hervorragenden Förderung diese Umgestaltung zu schaffen. Die Fördergelder können dafür ausreichen, wenn wir kostenbewusst planen und schnell in der Umsetzung sind.
- Die Kaufleute in der Innenstadt haben sich mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklärt! Sie begleiten die jetzigen Schritte sehr positiv.
Ich habe eine Bitte: Geben Sie der Innenstadt die Chance, weiter in unserer Region eine Rolle zu spielen. Nur wenn wir in sie investieren, wird sie weiter leben und sich positiv entwickeln können.
Herzliche Grüße
Ihr
Gerd-Christian Wagner