Kolumne vom 09.08.2010

Liebe Varelerinnen, liebe Vareler,

die Sommerferien sind fast zu Ende! Viele von Ihnen hatten hoffentlich einen schönen Urlaub und sind erholt. In Varel und umzu wird zurzeit viel gefeiert. Ein Fest jagt das nächste. Musik hier, Unterhaltung dort. Für viele Besucher unserer Region wird etwas geboten und Varel zeigt sich von seiner Schokoladenseite: bunt, grün und freundlich. Ein Friesenfest der Werbegemeinschaft in der Innenstadt zwischen einem großen Reitturnier in Dangastermoor, dem 30. Geburtstag der Oldtimer-Interessengemeinschaft am Vareler Hafen und dem Hafenfest in Dangast - leider diesmal wohl ohne Riesenrad. Umrahmt wird dies alles mit dem Mittwoch-LIVE und den großartigen Aufführungen am Kurzentrum in Dangast. Sie sehen, es wird viel geboten.

Die Sommerpause hat sich auch auf die kommunalpolitischen Aktivitäten ausgedehnt. Im Juli gab es nur eine Sitzung, die aufgrund von Vorkommnissen im ehemaligen Bauamt - jetzt Fachbereich Bauen und Wohnen - erforderlich wurde. Eine unangenehme Sache, die aber schnell abgearbeitet wurde. Ich hoffe, dass die verantwortlichen privaten Architekten, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt, einer gerechten Strafe zugeführt werden. Eines steht aber fest: Im Rathaus der Stadt wird mit aller gebotenen Konsequenz gegen solche Machenschaften reagiert. Der Bürger muss wissen, dass es nach Recht und Gesetz zugeht.

Erfreulicher ist der Baufortschritt unserer Projekte. Im Aero-Park sind die Hallen schon fast bezugsfertig. Das Ausbildungs- und Technologiezentrum steht bald zur Verfügung. Das Fachmarktzentrum hat Gestalt angenommen und die Bauaktivitäten der Papier- und Kartonfabrik lässt hoffen, dass die Arbeitsplätze in der Region gesichert werden. Varel wächst zusehends! Die Erweiterung unseres Kindergartens für zwei weitere Krippengruppen ist nahezu abgeschlossen

Auch wenn im Vorfeld sehr rege über die Sanierung der Innenstadt gesprochen wurde. Mit Hilfe einer 5/6-Förderung hat die Stadt Varel die einmalige Chance, ihre Innenstadt zu sanieren, sie für die vermutlich schwierigen Zeiten zu wappnen. Leben muss durch die Ladenbesitzer selber erzeugt werden. Die Infrastruktur muss die Stadt schaffen. Dies wird jetzt in den nächsten ca. 2 Jahren erfolgen. Aber auch wir alle können unserer Innenstadt helfen. Allein unser Kaufverhalten wird über sein oder nicht sein der Geschäfte entscheiden. Nur, wenn wir die Geschäfte der Innenstadt besuchen und dort kaufen, wird unsere Innenstadt überleben. Ich bitte Sie herzlich dies zu überlegen, wenn Sie Ihre Entscheidung treffen, wo Sie Ihre Schuhe oder sonstige Bekleidung und andere Dinge kaufen.

Sehr unschön war der Brand in unserer Kaserne. Leider wurde seitens des Eigentümers die Bewachung und der Erhalt der Bausubstanz auf ein Minimum reduziert. Die Versorgungsleitungen wurden abgeklemmt und die Kaserne sich quasi selbst überlassen. Es erfolgte keine geordnete städtebauliche Entwicklung und ein Wildwuchs wurde seitens der städtischen Gremien abgelehnt. Private Investoren stehen leider nicht in einer Warteschlange, so dass die Stadt mit der neu geschaffenen Jade-Bay GmbH versucht, dies Gelände, immerhin 34 ha, zu vermarkten. Schon zu Zeiten der Bundeswehr waren die  Gebäude eher unwirtschaftlich zu betreiben und an vielen Stellen sanierungs- bzw. renovierungsbedürftig. Auch dies war ein Grund der Aufgabe der Kaserne. In Seedorf sind die Soldaten in modernen Unterkünften untergebracht. In Varel stehen/standen Unterkünfte zur Verfügung, die seit dem Kriege kaum verändert wurden. Und mittlerweile müsste zunächst gerodet werden, bevor überhaupt etwas passieren könnte. Eine politische Verpflichtung derer, die die Schließung der Kaserne angeordnet haben, gibt es nicht. In meinen Augen wird hier seitens der Verantwortlichen auf Bundesebene zu kurz gedacht und gehandelt.

Herzlichst, Ihr

Gerd-Christian Wagner

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